Alles braucht Zeit
Gerade geht alles so langsam. Oder ist das nur meine Wahrnehmung? Fast schon zäh ziehen sich die Freilegungen im Haus, wir fördern immer wieder neue Schäden zutage und die Sanierungsplanung scheint kein Ende zu nehmen. So gern würden wir zumindest für kurze Zeit aufhören, Dinge abzureißen, und zur Abwechslung die erste Stellen instandsetzen. Leider gingen unsere Pläne, am vergangenen Wochenende die Außenfundamente abzudichten, wegen Problemen mit der Spedition nicht auf. Aus psychologischer Sicht hätten uns die Arbeiten sehr gut getan, weil sie einen fühlbaren Fortschritt dargestellt hätten, einen Aufbau, eine Verbesserung.
Oft bleiben Spaziergänger stehen, sprechen uns an und staunen über das, was bereits passiert ist. Und sie haben recht – im Garten sieht man die Veränderung, dort ist im letzten halben Jahr wirklich viel passiert.
Zum Glück erinnert mich der Garten immer wieder daran, dass vieles einfach Zeit braucht – dass es oft erst einmal Zeit zum Wurzeln braucht, bevor Wachstum dann sichtbar wird, und dass Dinge, die langsam wachsen dürfen, nachhaltig wachsen. Und so gehe ich durch die Aufnahmen der letzten Monate, sehe braune, karge Erde im März und dem Himmel entgegenstrebende, frischgrüne Stauden im Mai, und bemerke, will bemerken, dass Fortschritt da ist. Er braucht nur Zeit.