Wir nehmen die Decken ab
Immer nackter wird unser altes Haus im Inneren, und die Freilegungsarbeiten scheinen kein Ende zu nehmen. Damit die Zimmerer die Deckenbalkenköpfe instandsetzen können, haben wir am Wochenende begonnen, die Balken freizulegen. Unsere Holzbalkendecke hat einen klassischen Aufbau: die Gefache zwischen den Balken sind mit Holzstaken und Strohlehm gefüllt, auf die Balken sind Schalbretter oder Dielen genagelt, und von unten sind Schalbretter gegen die Balken genagelt und mit Lehm verputzt. An den meisten Stellen ist dieser Aufbau über 170 Jahre alt!
Eigentlich wollten wir die Decke nur soweit öffnen, wie es für die Instandsetzung der Balkenköpfe nötig ist. Dazu haben wir die Decke von den Außenwänden weg in Streifen abgetragen. Völlig unverhofft ist aber zum zweiten Mal seit Beginn unserer Sanierungsarbeiten ein großes Stück der Decke heruntergefallen – zum Glück erneut, als sich niemand im Haus befand. Die seitlich an den Deckenbalken befestigten Leisten und daraufliegenden Staken sind zu großen Teilen stabil, aber die von unten an die Deckenbalken genagelten Schalbretter scheinen nicht mehr sicher zu halten; auch sind die Bretter an vielen Stellen wurmstichig und weisen lange Risse auf. Aus Sicherheitsgründen werden wir nun den verbleibenden Teil der Bretter inkl. Lehmputz abnehmen, die Auflager für die Staken verstärken und die Decke neu mit Lehmplatten verkleiden. Einerseits ist es sehr schade, dass wir so viel der historischen Substanz entfernen müssen, aber andererseits können wir nicht riskieren, dass sich zu einem späteren Zeitpunkt erneut Teile der Decke lösen.