Ein Garten entsteht
Seit wir 2019 einen völlig verwilderten Schrebergarten gepachtet und von Grund auf neu gestaltet haben, liebe ich Gartenplanung. Schon damals hatte ich große Pläne und die brach liegenden 500 Quadratmeter ließen mir freie Hand. Und mit der Zeit wuchs nicht nur der Garten, sondern auch ich – ich lernte, dachte neu, passte an. Umso mehr freue ich mich, dass ich mein Wissen nun auf viel größerer Fläche anwenden kann. Wie schön, dass ich bereits aus Erfahrung weiß, dass auch in diesem Projekt so viel Wachstum steckt.
Bereits im Sommer, noch vor dem Kauf des Hauses, habe ich die ersten Gartenpläne gezeichnet. Ich wollte einen Garten gestalten, der eine gute Balance zwischen Ordnung und Wildheit hält, der für Menschen und Tiere wertvoll ist, der uns nährt: unsere Körper und unsere Seelen. Das war mit nun knapp 5000 Quadratmetern gar nicht so leicht. Und als ich zum Jahresbeginn dann dachte, meine Pläne wären fertig, stellte ich fest, dass ein Teil unseres Grundstücks formal Waldfläche ist – hier darf kein Garten angelegt, kein Baumhaus gebaut, kein Trampolin eingesenkt werden. Und so plante ich neu.
Mich gedanklich auf Neues einzulassen und Pläne zu verwerfen, ist nicht gerade meine Stärke. Doch immer wieder merke ich, dass darin so viel Chancen liegen. So war es auch mit dem Garten. Ich habe versucht, alle Vorgaben einzuhalten und dennoch keins der vorgesehenen Elemente im Garten aufzugeben, und entstanden ist ein Garten, der sich viel stimmiger anfühlt als meine vorherige Planung. Am vergangenen Wochenende haben wir die Grundstruktur angelegt – haben Gräben für Hecken und Gehölze ausgehoben, Obstbäume gepflanzt, Wasser und Strom verlegt, den Gemüsegarten und die Sitzecke markiert und einen Teil der Waldfläche aufgeforstet. Und nun warte ich, übe Geduld, wandere gedanklich bereits durch den grünen, blühenden Garten und bin gespannt, wo ich weiter wachsen darf.